Unsere
kleine Geschichte

 

Es herrscht die allgemeine Überzeugung - sowohl unter Polen als auch unter Reisenden –, dass Pierogi ein typisches Gericht der altpolnischen oder  russischen Kochkunst sind. Das ist aber nicht die ganze Wahrheit. Die Heimat der Pierogi ist eigentlich China. Von dort wurden sie von Marco Polo nach Europa, genauer gesagt nach Italien, gebracht. 

Den Weg nach Polen fanden die köstlichen Teigtaschen im 13. Jahrhundert, und sie begeisterten rasch die Gaumen des Volkes. Die Bezeichnung Pierogi wurde in Polen erst im 17. Jahrhundert heimisch. Die ersten drei Buchstaben PIR in der altslawischen Sprache bedeuten so viel wie „Schmaus“ oder „Ritual“. Pierogi wurden in der Vergangenheit nur zu diversen Festen und Gelegenheiten zubereitet. Für jeden Festtag gab es Pierogi mit einer bestimmten Form und Füllung. So wurden etwa bei Hochzeiten große Pierogi mit verschiedenen, deftigen Füllungen, aber immer mit Hühnerfleisch serviert. Dieses sollte der Braut und dem Bräutigam Glück bringen. Zu Neujahr verspeiste man süße PIEROGI mit Nussfüllung, um das ganze Jahr gesund und gut gelaunt zu verbringen.

In der polnischen Küche bekamen Pierogi sehr schnell einen Stammplatz unter den beliebtesten Speisen. Seit vielen Jahrzehnten sind sie unsere kulinarische Spezialität. Pierogi wurden von unseren Urgroßmüttern, Großmüttern und Müttern gekocht. Unsere Generation führt diese Tradition fort, weil Pierogi sehr schmackhaft und bekömmlich sind.

Wenn man zurückdenkt, kann man feststellen, dass Pierogi schon immer in unseren Küchen hergestellt wurden. Die Zubereitung ist Teil unserer  Familientradition geworden, in der wir Frauen eine besondere Rolle spielen.

Die besten Pierogi wurden von Hand von unseren Großmüttern fabriziert. Diese wiederum hatten die Kunst von ihren Großmüttern gelernt. Und so wird unser kulinarischer Brauch von Generation zu Generation weitergegeben. Die Zubereitung der Pierogi wurde und wird bei uns zu Hause immer von verschiedenen großen und wichtigen Festen begleitet. Zu Weihnachten wurde die gemeinsame Vorbereitung der Pierogi mit Sauerkraut und Pilzen besonders zelebriert, da sich um diese Zeit in vielen polnischen Küchen meistens der weibliche Teil der Familie (Omas, Mütter, Töchter, Tanten, Enkelinnen) versammelt – ähnlich wie beim Backen der Weihnachtskekse in Österreich. 

Zuerst wird der Teig geknetet. Diese Aufgabe fällt meistens der Frau mit der größten kulinarische Erfahrung zu. Sie muss durch die gefühlvolle manuelle Bearbeitung eine entsprechende Konsistenz des Teigs erreichen. Danach werden die Taschen mit vorher zubereiteten Inhalten gefüllt. Dabei wird weiter geknetet und geplaudert.

Pierogi dürfen aber nicht zu grob werden. Sie müssen die Füllung, die ja die Essenz des Geschmacks bildet, auf feine und subtile Art ummanteln.